(En)rico macht es anders

Mein Seelenkater Rico hat auf der Rückenlehne des Sofas Platz genommen.

Es gibt noch eine andere Art des Platz-nehmens hier bei mir zu Hause.

Eine leise, zarte, ganz vorsichtige und herantastende Vorgangsweise. Er kommt heran, beobachtet mich und springt auf den weitest von mir entfernten Teil des Sofas. Dann beobachtet er mich wieder. Sichtbar überlegt er, wie und wo er Platz nehmen mag. Variante A – er tretelt solange auf dem Rückenpolster des Sofas, bis dieser sich ergibt und  zu einer schönen Mulde wird. Variante B für die ganz mutigen Tage – er legt sich zu meinen Füßen und mein Highlight des Tages ist eine minimalistische, körperliche Kontaktaufnahme seinerseits.

Ein ganz anderer Blick auf das Platz-nehmen. Nicht dieses „Mir gehört die Welt“ seines Bruders, sondern ein nachdenkliches, gut überlegtes Platz-nehmen mit Spielraum, das ist Rico. Er hält sich immer den Rücken offen und beobachtet sein Umfeld, damit er jederzeit flüchten kann. Er ist achtsam, falls ich das von einem Kater behaupten darf.

Und doch kann er auch stur sein und auf seinen Platz beharren. Dann wird auch er zum Tiger (bei seinem Bruder).

Was ich von ihm lerne, meinem anderen Lehrmeister? Achtsamkeit im Tun, das Abwägen von Möglichkeiten bei der Platz-Wahl, das Reinfühlen und Rein“arbeiten“ in einen Platz.

Und die größte Lektion, die er mich lehrt: Alles braucht Zeit und Geduld – auch den richtigen Platz zu finden und ihn dann einzunehmen.

 

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