Am Bankerl – der Herrengarten in Reichersberg

Eine alte verwitterte Holzbank, im Hintergrund alte knorrige Bäume und Holler

Abendstimmung, es ist ruhig, beschaulich im Herrengarten in Reichersberg. Die Touristen sind weg und nur mehr wenige Menschen sind unterwegs. Die Amseln haben die Grünflächen wieder erobert und picken in der letzten Abendsonne ihr Nachtmahl aus dem Rasen.

Der Hainbuchen-Kreuzgang rund um den kleinen Garten wirkt majestätisch, fast erhaben. Obwohl man diesen alten Hainbuchen ansieht, dass sie in die Jahre gekommen sind. Gekrümmt, knorrig und verwachsen stehen sie da – jede dieser Hainbuchen wirkt einzigartig. Unvermittelt tut sich mir das Bild vomLeben auf. Nicht immer ist freies und unbeschwertes Wachsen möglich, es gibt Einschnitte, Verletzungen und auch mal „Amputationen“ und doch findet das Leben immer wieder einen Weg für Wachstum.

eine knorrige alte Hainbuche  Eine knorrige alte Hainbuche

Dazwischen eine Bank – es lädt ein zum Platz-nehmen, zum Ruhe genießen und „grün einatmen“.  Von diesem Platz aus gibt es vieles zu sehen. Unspektakuläres, scheinbar Belangloses, aber genau das ist das Besondere. Wir werden täglich mit Reizen überflutet, da wirkt diese vermeintliche Unscheinbarkeit wie Balsam für die Augen. Details erkennen und sich an ihnen erfreuen, das tut meiner Seele gut. Dazu noch der Duft vom blühenden Holunder – das Leben schein in diesem Moment fast perfekt.

Ein Kater genießt das letzte Sonnenlicht auf einer der anderen Bänke. Auch er wirkt entspannt. Als ich mich ihm nähere, erkenne ich aber auch, dass er nicht so prinzlich behandelt wirkt wie meine Tigerbuben. Es ist ein Streuner.

Ein Streunerkater liegt gemütlich auf einer Bank

Immer wieder da und dort ein Blick auf die Architektur, auf den Turm des Stiftes, auf die Zwiebeltürme des Nachbargebäudes. Ich mag diese Art der „zivilisierten“ Natur. Das Miteinander von Natur, auch wenn sie gezähmt scheint und Architektur – Schöpfung.

ein Blick durch alte Bäume zwei Türme - der vom Stift und von einer Glockenblume

Dieser Garten liegt im Innviertel zwischen viel Grün, Gegend und Geschichte. Für mich widerspiegelt er genau das – das Innviertel. Wenn Du in der Gegend bist, besuche ihn und genieße ihn.

Kennst Du auch solche Gärten? Hast Du einen Tipp für mich?

 

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25 Kommentare

    1. Es ist eine ganz besondere Gegend, das Innviertel. Ich mochte es nicht von Anfang an, aber die Geduld hat sich gelohnt. Heute ist es eine Gegend, die mich zur Ruhe bringt. Liebe Grüße Michaela

  1. Wow! Was für ein schöner Park und dieses Bankerl! Ich liebe schöne Bänke ja. 😀
    Genau wie alte, wunderbar verschlungene Bäume. Da sind echt ein paar schöne Fotos dabei! Der Stift scheint auch sehr schön zu sein, vielleicht komme ich ja mal in die Nähe.

    Liebe Grüße,
    Laurel

    1. Diese Gegend ist auf jeden Fall eine Reise wert. So viele Grünschattierungen hast Du noch nicht gesehen. 🙂 Und es gibt extrem viel Gegend hier. Das Innviertel ist schon besonders. Liebe Grüße Michaela

  2. Wie toll du das formuliert hast: „Unvermittelt tut sich mir das Bild vom Leben auf. Nicht immer ist freies und unbeschwertes Wachsen möglich, es gibt Einschnitte, Verletzungen und auch mal „Amputationen“ und doch findet das Leben immer wieder einen Weg für Wachstum.“
    Gratuliere 🙂

    1. Liebe Verena, ich stimme Dir zu, es gibt ganz besonders schöne Plätze 🙂 Vielleicht finden wir mal einen in der Mitte und wir können gemeinsam Platz-nehmen. Zu ratschen hätten wir sicher genug. Einen schönen Abend 🙂

  3. Leider gibt es solche schönen Parks bei uns in der Gegend kaum noch. Wir haben in direkter Nähe den Brückenkopfpark mit wunderschöner Gartenanlage. Diese wird immer wieder umgestaltet und lädt mit ihren kleinen verwinkelten Gärten zum verweilen ein. Dort gibt es immer mal wieder tolle Veranstaltungen. Außerdem gibt es dort einen riesigen Spielplatz.
    Liebe Grüße
    Regina

  4. Toller Platz vor allem das Foto mit der lila Blume und die Bank mit dem Kätzchen

    Du hast recht, man nimmt die alltäglichen schönen Dinge viel zu wenig wahr.

    LG Danie

  5. manchmal ist es echt arg wie schön ruhig manche orte doch sein können wenn man mal ganz alleine ist – ohne touristen…
    wir versuchen auch immer sehr früh in der stadt unterwegs zu sein – da entdeckt man sachen, sieht tiere…. alles was man nicht sehen würde wenn es überfüllt ist 🙂
    kann richtig nachvollziehen wie du dich da auf der bank gefühlt hast
    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

    1. Danke Katy, ich finde auch, dass Orten ein besonderer Zauber innewohnt, wenn sie gerade „verlassen“ wurden. Ich habe es mir gerade heute beim Baden gedacht. Am liebsten mag ich den See und den Platz, wenn die Aufbruchsstimmung um sich greift. Es wird ruhiger, beschaulicher und leiser. Und genauso umgekehrt, wenn ein Ort erwacht. Herzlich Michaela

  6. Ich find diesen Beitrag echt toll und außergewöhnlich! Schön mal etwas anderes und ausgefalleneres zu lesen, wie zB über diese Bank und was man dort sieht! Hat definitiv etwas und ich musste tatsächlich den ganzen Artikel lesen! Ich hab übrigens auch so ein Bankerl, versteckt im schönen Schönbrunner Garten. Aber wo genau, das verrate ich natürlich nicht 😉 Alles Liebe Iris

    1. Danke für Dein Feedback. Wenn Du mir den Platz nicht verraten magst, dann schreibe doch einen Gastbeitrag darüber bei mir. 🙂 Ich komme ja eh nicht so schnell nach Wien. Liebe Grüße Michaela

    1. Ja, das wäre mal etwas. Ein Roman aus der Sicht eines Baumes 🙂 Ich finde es auch sehr interessant, dass jetzt so viele Bücher über Bäume herausgegeben werden. Danke und einen schönen Sonntag noch liebe Sabine PS: Ich hoffe, Du hast die Kieler Wochen genossen.

  7. Du hast die Stimmung wieder wunderbar eingefangen… Und ja, es gibt oft Einschnitte und Verletzungen – und trotzdem findet das Leben seinen Weg!

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