Platz-nehmen

(Genügend) großes Kino!?!?

großes Kino

Nachdem ich den Jänner gefühlt im geistigen Tiefschlaf verbrachte, blieb einfach mehr Zeit für andere Aktivitäten. So kam es, dass ich innerhalb von zwei Wochen dreimal ins Kino ging – mein persönlicher Rekord. Für mich ist ja ins Kino gehen, nicht einfach nur Film anschauen. Für mich braucht es dazu auch das entsprechende Ambiente und Platz. Mir wird es nicht nur ob meines Formates oft schnell mal zu eng. Ich vertrage das Mir-auf-die-Pelle-rücken nicht.

Damit komme ich direkt zu meinem ersten Sitz- bzw. Stuhlvergleich in drei Salzburger Kinos.

Das Kino

Das Kino ist DAS Salzburger Programm-Kino. Hier werden meist Filme, die nicht so „mainstream“ sind und oft im Originalton mit Untertitel gezeigt. Das Kino gibt es schon seit ich mich erinnern kann – wahrscheinlich sogar noch länger. Ein Kino für Insider, denen Untertitel lesen, nicht zu anstrengend ist. Das richtige Kino, wenn Tacos und/oder frisches Popcorn nicht unbedingt zum gelungenen Kinoabend gehören müssen. Etwas retro, etwas gemütlicher und ruhiger. Das Durchschnittsalter der Besucher und Besucherinnen ist durchwegs über Mitte 30. Im Das Kino fühle ich mich nicht, als ob ich mich den Pausenhof einer neuen Mittelschule verirrt hätte. 🙂

Das Kino wurde immer wieder modernisiert. Die Bestuhlung – für mich ja das Zweitwichtigste in einem Kino nach dem Film, dürfte aber noch original sein. Der eine und andere Stuhl ist schon etwas bis ziemlich durchgesessen (nein, nicht wegen mir! 😀 ). Aber da es freie Platzwahl gibt (im großen Saal), suche man sich einfach einen anderen. Ich liebe sie, weil sie so gemütlich sind. Ich fühle mich nicht zu sehr eingezwängt. Das Gros der Stuhlreihen liegt auf einer Ebene und auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugänglich. Im hinteren Teil befinden sich einige höhenversetzte Reihen. Das Gewölbe ist mir persönlich meist etwas zu eng, das vermeide ich.

Die Toiletteanlagen-Größe sind ok und ich bekomme keine Panik-Attacke in den Kabinen.

Was ich persönlich an der Infrastruktur um das Kino herum nicht mag, ist die leidige Parkplatz-Situation. Dafür liegt es sehr zentral und es gibt einige Lokale, in der Umgebung, wo man nach einem Kinobesuch noch nett einkehren kann.

Resümée der Platz-Nehmerin: Genügend Platz und Freiraum gibt es für sie in diesem Kino und sie fühlt sich in dieser Beschaulichkeit recht wohl. Der Abend kann nach dem Kinobesuch weitergehen.

Barrierefreiheit im Das Kino – zur Info

Mozartkino

Das Mozartkino ist lt. eigener Website eines der ältesten Kinos der Welt. Seit gut 100 werden dort schon Filme vorgeführt. Wer sich für die Geschichte des Kinos interessiert, lese auf der Website nach. Ich kann mich noch erinnern, dass ich dort im großen Saal Bambi gesehen habe. Das muss mindestens 40 Jahre her sein! Was habe ich geweint, als Bambi seine Mutter verlor!

Das Mozartkino war schon dem Untergang geweiht, wurde aber vor einigen Jahren neu adaptiert und ist jetzt Teil des Altstadt-Hotels Kasererbräu. Man kauft sich die Kino-Karten sozusagen an der Rezeption – hat man auch nicht überall, oder?

Der große Saal ist riesig, die Wandmalerei nicht unbedingt mein Geschmack, aber doch auch einzigartig. Die Bestuhlung ist auch hier noch original, dürfte jedoch vor einiger Zeit neu gepolstert und überzogen worden sein. Auch im Mozartkino geht es vom Alter her eher mittelalterlich zu. Und wie im Das Kino wird auch hier keine Tacos und/oder frisches Popcorn geboten. Dafür gibt es noch fußfreie (ein komischer Ausdruck, oder? 🙂 ) Reihen. Die kommen mir sehr entgegen, wenn es in der Breite etwas drückt, dann habe ich wenigstens nach vorne noch etwas Luft. Ich habe auch hier Platz gefunden, wenn auch nicht ganz so gemütlich. Ich war nicht auf der Toilette, weil ich sie noch sehr eng in Erinnerung habe (und da war ich noch schlanker!). Eine dieser Toilettenanlagen, wo frau sich überlegt, wie sie sich umschichten muss, um raus und rein zu kommen. Falls sie zwischenzeitlich nicht ausgebaut wurde – bekäme heute darin wahrscheinlich eine Panik-Attacke.

Auch hier ist der große Saal barrierefrei zugänglich – der kleine Saal und die Toiletten nicht.

Ermäßigtes Parken ist mit Lochen lassen in der Umgebung ab 16.00 Uhr möglich. Das Mozartkino liegt auch mitten in der Stadt, darum gibt es auch hier diverse Möglichkeiten nach dem Kinobesuch gemütlich einzukehren.

Resümée der Platz-Nehmerin: Zentral liegend und beschaulich, die Platz-nehmerin fühlt sich wohl und kommt wieder, wenn sie Lust auf einen „mainstream“ Film hat.

Cineplexx Salzburg City

Und dann war ich gestern noch im Cineplexx City – technisch sicher mit Airport das modernste Kino von Salzburg – für junge Kinobesucherinnen und -besucher.

Es werden immer die aktuellsten Filme gezeigt. Kulinarisch (wenn man das Wort in diesem Zusammenhang überhaupt verwenden darf! 😀 ) wird alles geboten, was zum Kinobesuch im 21. Jahrhundert gehört. Durchschnittsalter schätze ich um die Anfang 20 und für diese Zielgruppe/n ist das Kino genau richtig. Das Ambiente laut, grell, zweckmäßig und popcorn-übersät.

In die Stühle passe ich grad so rein, die Beinfreiheit finde ich wiederum gut, die Sicht ist sehr gut, auch wenn vor mir der Platz besetzt ist. Manche Kino-Säle sind sicherlich barrierefrei, da entsprechende Toilette-Anlagen und ein Aufzug vorhanden sind. Saal 4 ist es nicht!

Die Infrastruktur rundherum finde ich persönlich furchtbar. Das Parken ist für 3h kostenfrei, aber die Parkgarage mag ich gar nicht.

Resümée der Platznehmerin: Ein Kino für den Notfall, falls der gewünschte Film nicht in einem anderen Kino gespielt wird.

Zusammenfassend stelle ich für mich selbst fest, dass sich mit zunehmenden Alter die Bedürfnisse zum Thema Kinobesuch verändern.  Ich mag es jetzt lieber ruhiger, nicht so grell, laut und hektisch. Der Abend darf dann noch gemütlich bei einem Kaffee ausklingen.

Nebenbei habe ich mit dem Besuch von kleinen, privaten Kinos etwas Gutes zu tun. Damit auch noch andere Filme gespielt werden – nicht nur amerikanische Blockbuster, wo es rein nur um Besucherzahlen geht.