Der rote Stuhl

ein roter Stuhl der umgefallen in der Wiese liegt

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre es dieser rote Stuhl in dem nachfolgenden Video!!! Ich sah es das erste Mal 2014 während meines ABI Lehrganges „Erfüllte Zeit“ – Erwachsenenbildung in der SeniorInnenbildung (Info-Folder) in St Virgil, Salzburg. In dem Modul ging es um Gerontologie (=Wissenschaft vom Alter und Altern) und Geragogik (=Bildung und Lernen im Alter) und um die „Generation Parkbank“.

Seitdem habe ich inhaltlich vieles wieder vergessen, der rote Stuhl blieb mir jedoch in Erinnerung. Und ich gebe ihm hier jetzt auch Platz:

Der rote Stuhl bedeutet für mich:

  • ich kann Platz nehmen, wo ich mag.
  • ich kann Kontakte knüpfen, falls ich mag und mit wem ich mag.
  •  ich kann meine Ruhe haben, wenn ich es mag.
  • ich kann mir die Welt machen, wie sie mir gefällt (natürlich nicht in allen Bereichen 😉 ).
  • ich kann teilhaben und mich beteiligen.

Er ist für mich eine Metapher für Freiheit und Flexibilität auf vielen Ebenen und doch gibt er auch Sicherheit, weil er immer dabei ist auf der Reise durchs Leben des Protagonisten – heute würde man sagen, ein Stuhl to go. Wobei, das ist ja schon ein Widerspruch in sich. Ein Stuhl bedeutet niederlassen können, an einem Platz verweilen und doch ist dieser Stuhl zum Mitnehmen geeignet.

Eine Bank hingegen kann möglicherweise lähmen, gerade wenn zu viele auf ihr sitzen, die ihr Leben nicht verändern wollen/können. Sie bleibt statisch und verankert.

Übrigens, ich würde für mich persönlich ein anderes Modell wählen, weil genau mit diesem Stuhl wäre MEINE Freiheit wohl nicht möglich – auch wenn mich gerade dieses Modell zum Bloggen inspiriert hat. Aber das ist eine andere Geschichte. Klar ist, dass es für meine gewichtige Freiheit ein stabileres Modell braucht. 😀

PS: Wer sich für Gerontologie interessiert und mehr darüber erfahren mag, wende sich gerne an Sonja Schiff, Care.Consulting.

PSPS: Das hier ist KEINE Ikea Werbung, aber das Video finde ich einfach Weltklasse!!!

Update: Auf diesen Beitrag gab es einen inspierenden Kommentar, der mich zu einem weiteren Blogbeitrag zu diesem Thema inspirierte.

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11 Kommentare

  1. Hmmmmmmmmmm … tja meine Bilder, die mich im Universum hin- und herschwingen lassen, dass ich oft schon gar nicht mehr weiß, wo ich gerade bin … der rote Stuhl präsentiert halt für mich die materiellen Wanderungen und Niederlassungen! Ganz stark, darum die Traurigkeiten.
    Abe schön, dass du mit deinem Blog was bewegst! Ich danke dir! ♥♥♥

  2. So ein toller Film! Kannte ich noch gar nicht. Wunderbar. Im Internet kursiert auch ein Video zu einer Grünen Bank, wird eingesetzt im pädagogischen Bereich. Auf die grüne Bank setzen sich KInder, die sich gerade alleine fühlen. Funktioniert wunderbar, hat mir eine befreudete lehrerin gesagt. kaum setzt sich ein Kind hin, eilt schon ein Kind hin und fragt was los ist 🙂 Mehr rote Stühle und grüne Bänke braucht das Land!

  3. Ja, das ist wirklich eine tolle Geschichte vom roten Stuhl, der es quasi möglich macht, es dem Hundertjährigen gleichzutun und aus dem Fenster auszusteigen und die Welt zu erkunden!
    Eine schöne Illustration, was es heißt, teilzuhaben, dazu zu gehören und man selbst zu sein. Danke!

  4. Toller Film….

    Echt anregend!
    Würde gerne meiner Schwiema so einen toten Stuhl anbiten…

    Öfters mal zum Seite / Perspektive wechseln…

    Schööööön

  5. Will auch so einen roten Stuhl! Bevorzugt als gemütlicher Ohrensessel, in dem frau sich einnisten und einmuggeln und manchesmal verschwinden kann.
    Danke für den schönen Beitrag!

    1. Der rote Stuhl … ja, das wär’s, überall Platz nehmen können, wo ich gerade sein möchte … ja, das würde mir sehr gefallen. Sehr.
      Der Beitrag macht mich traurig, weil mir ganz deutlich vor Augen geführt wird, dass es das nicht spielen wird in meinem Leben. Wie bringt man auch die Seele einer Weltenreisenden und den Körper eines stark bewegungseingeschränkten, sehr müden Körpers unter einen Hut?
      Ich schaffe es nicht.
      Oder gibt es da jemanden, der meinen roten Stuhl und von Zeit zu Zeit auch meinen müden Körper tragen würde?
      Dann, ja dann könnte alles ganz anders ausschauen.

      Michaela, danke für deinen Beitrag ♥!

      1. Klaudia, ich verstehe Dich. Und gleichzeitig hast gerade Du mit Deinen wunderschönen Bildern ganz viel „roter Stuhl“ im Kopf und bist so ein Vorbild für die Metapher des roten Stuhles. DANKE