Cat Content im Urlaub – Katzen in Istrien

Wenn die Platz-nehmerin eine Reise tut, dann kann sie viel erzählen. Diese eine Woche Istrien hat mich inspiriert, neue Themen werkeln in meinem Kopf und wollen sortiert werden, das braucht noch etwas.

Was mir gerade so richtig am Herzen liegt, ist cat-content (Katzen-Themen und Internet). Einmal ist die Freude meine Katzenbuben wieder zu haben, sehr groß, Katzenfraulis und -herrlis verstehen das sicher. Gleichzeitig beschäftigen mich die Katzen in Istrien sehr – sei es als Foto-Modelle oder das Thema Streunerkatzen überhaupt.

Katzen und ihr Sein als Fotomotiv

Sie prägen das Bild der verschiedenen Dörfer am Meer und in den Bergen mit, sei es als echtes Katzentier oder als kleiner Löwenkopf-Türklopfer an den verwitterten Türen der Häuser in den engen Gassen oder sogar als Deko für Hauseingänge und auf Mitbringseln.

Die echten Katzen liegen in der Sonne oder suchen das Weite, wenn eine Horde Touristen auftaucht. Manche sehen mich mit ihren tiefen, dunklen oder auch hellen und geheimnisvollen Augen an, als ob sie alles von mir wüssten. Andere wieder werfen sich schon fast in Pose, sobald ich die Kamera zücke und flirten mit der Linse. Es gibt die Stillen, Leisen und die Lauten, die mich fordernd anschreien und fast ungehalten werden, weil ich ihre Sprache nicht verstehe. Manche reiben an meinen Beinen, um den von den Katerbuben sicherlich anhaftenden Geruch zu verdrängen. Einer sieht einem meiner eigenen Kater so ähnlich, dass ich ersten Moment sogar erschrocken bin. Noch dazu, weil er auch gleich so viel „geredet“ hat. Und dann gibt es noch die, denen ich schon von weitem ansehe, dass es das Leben mit ihnen nicht gut gemeint hat.

Streunerkatzen und das vermeintlich paradiesische Leben

Auf den ersten Blick mag es paradiesisch wirken, wie die Katzen leben, frei und ungebunden und in der touristischen Saison meist auch mit genügend Futter versorgt. Dieses Mal sind mir nur ganz wenige wirklich magere Katzen untergekommen. Wobei, diesmal gab es überhaupt auffallend wenige Katzen zu sehen. Vor zwei Jahren, bei meinem letzten Besuch in Istrien war das noch ganz anders. Wo sind die nur alle hin verschwunden? Grübel!?!?

Auch wenn nur ganz wenige von ihnen richtig mager sind, sieht man auch den meisten wohlgenährteren Katzen an, dass sie keine geliebten und ja – ich gestehe – auch manchmal verhätschelte Hauskatzen sind, sondern für ihre selbstgewählte oder dazu verdammten „Freiheit“ einen Preis zahlen müssen. Klebrige Augen, kleine und größere Verletzungen, Ungezieferbefall sind und ein wenig gepflegtes Fell sprechen auch eine Sprache.

Katzen umgibt der Mythos von Unabhängigkeit, Stolz und Freiheit. Sie lassen sich nichts befehlen und gehorchen maximal dem Klang der Leckerlis oder dem Geruch des heißgeliebten Futters. Und doch lieben die meisten auch ihre/n Menschen und brauchen sozialen Bindungen. Das können viele bestätigen, gerade wenn sie auf Urlaub fahren – manche haben vorher oder nachher eine beleidigte kätzische Leberwurst zu Hause, andere vorher und nachher.

Tausche Freiheit gegen einen warmen Platz und Futter

Ich weiß nicht, ob alle Katzen in Istrien gerne geliebte Familienmitglieder wären oder ob die Freiheit doch oft selbstgewählt ist. Die warmen Tage sind schnell vorüber und dann kann es auch in Istrien empfindlich kalt und ungemütlich werden. Wer würde dann nicht gerne die Freiheit gegen einen warmen Platz und eine Schüssel Futter tauschen?

Ja, dann denke ich an meine beiden Buben und bin dankbar, dass sie in ihrem Zuhause durchwegs Luxusprobleme haben. Ob ihnen das bewusst ist? Oder soll ich es ihnen erklären, wenn ich die nächste Futterdose an den Igel verfüttere, weil ich als unfähiges Frauli wieder nicht ihren Geschmack getroffen habe? Aber wahrscheinlich werden sie sich taub stellen, was glaubt Ihr? 🙂

PS: Das Thema Streunerkatzen und alles was dazugehört, gibt es auch in Österreich und nicht zu knapp!!! Daher sei all jenen, die sich dafür interessieren, die Website von Streunerkatzen OÖ und hier den Facebook Auftritt von Streunerkatzen OÖ ans Herz gelegt.

PS: Der Ordnung halber sei hinzugefügt, es gibt auch Hunde in Istrien. Einen davon habe ich sogar auf Bild festgehalten. 🙂

PSPS: Ich veröffentliche hier nur die „schönen“ Katzen und es kann natürlich sein, dass die eine oder andere Familie hat. Dieser Beitrag darf nachdenklich machen, ohne abschreckende Bilder zu zeigen.

PSPSPS: Ich möchte dezidiert NICHT dazu aufrufen, die „armen“ Katzen in Istrien einzufangen und mitzubringen!!! Dazu gibt es im Tierschutz die verschiedensten Standpunkte.

PSPSPSPS und das jetzt wirklich das Letzte: Meine Buben sind auch ehemaliger Streuner, aber aus Österreich. Die wollte niemand mehr, weil sie schon ein Jahr alt waren!!! In unserer Konsumgesellschaft ist alles alt, was ein Jahr alt ist, da will man dann was Neues. Wie es scheint auch oft bei Lebewesen.

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17 Kommentare

  1. Hallo liebe Frau Ziegler,
    vielen Dank für den schönen Bericht, denn ich erst heute gelesen habe.
    Ich bin noch fast gar nicht auf Reisen gewesen und freue mich immer über interessante Berichte von fern und anderswo.
    Fein, das Sie die Katzen zum Thema gemacht haben, wenn man bedenkt, das die, neben Hunden, doch zu den liebsten Haustieren der Menschen hierzulande gehören,bin ich immer wieder erschüttert, ja oft entsetzt, wie wenig wertgeschätzt sie doch in anderen Ländern sind.
    Ich interessiere mich sehr für den Tierschutz allgemein und leiste meinen bescheidenen Beitrag dazu.
    Die Tiere in großer Zahl nach Deutschland o.a. zu holen, ist sicher keine Lösung, Kastration ist das zentrale Thema.
    Aber da haben wir hier, bei uns, auch selber eine Menge zu tun.
    Wenn die Menschen doch einsichtiger wären.

    1. Liebe Frau Zühlke, herzlichen Dank für Ihren nachdenkenswerten Kommentar. Der Tierschutz ist ein großes Feld, da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Und es reicht in dem Bereich schon, wenn wir vor der „eigenen“ Haustür kehren. Auch bei uns gibt es genügend zu tun. Zugänge gäbe es viele, Lösungen auch. Aber es ist (zur Zeit) noch ein weiter Weg. Leider! Danke und herzliche Grüße

  2. Liebe Michaela,

    ich finde es schön dass du deine beiden Buben quasi von der Straße aufgelesen hast und ihnen ein Zuhause gibst. Wir selbst haben keine Katzen, aber all die Katzen lieben unseren Garten 😉 … er ist wohl der größte in der Umgebung mit vielen Versteckmöglichkeiten. Wir haben also irgendwie auch Katzen, sogar ziemlich viele ;-). Das mit den streunenden Katzen ist wohl in vielen Ländern ein Thema. In Griechenland auch … aber da sehen die meisten nicht so gesund aus …

    Liebste Grüße
    Verena

  3. Ist ja wie bei mir auf Tour ^^. Also wenn ich auf Arbeit bin, streffe ich auch so viele Katzen und dann so unterschiedliche. Aber alle sind se total niedlich 🙂
    Nun ja. Wilde Katzen sind immer so eine Sache. Die einen finden es schrecklich, die anderen nicht. Ich sehe das mit Gemischten Gefühlen. Es sind Tiere und Tiere sollten und können Wild sein. Früher haben sie schließlich auch alle ohne Menschen gelebt.

    Alles liebe

  4. Hi, wieder einen ganz toller Beitrag von dir. Leider habe ich eine Katzen Allergie bekommen und musste meine Kater abgegeben. Er ist aber in tolle Hände gekommen bei meiner Freundin. Meine Kids hätten so gerne eine Katze. Leider geht das nicht. Liebe Grüße und einen schönen Tag Alex von https://margreblue.de/

  5. Das sind ja mal tolle Bilder, die du da eingefangen hast. Ich bin zwar kein Katzen Enschede, finde sie aber dennoch fasziniert. Es sind sehr selbstbewusste Tiere.

    Die Wegwerfgesellschaft ist ja nun nichts Neues und macht auch vor Lebewesen nicht Halt. Was nicht mehr passt oder zu Gesicht steht wird entsorgt, egal ob das eine Waschmaschine, ein Haustier oder der Partner ist.

    Liebe Grüße, Nicoletta

  6. Ach wenn ich das so lese würde ich die am liebsten tatsächlich alle einfach so einpacken oder eine kleine Auffangstelle eröffnen (wenn das nur alles so einfach gehen würde…)! Katzen sind zwar stolze Wesen und würden wahrscheinlich-könnten sie mit uns reden-niemals zugeben dass sie manchmal doch ganz gerne von uns Menachen abhängig sind. Vielen sieht man aber so manches Leid einfach sofort an und das macht wirklich traurig! 🙁
    Toll, dass du einmal wirklich darauf aufmerksam machst und das ohne zuviel Leid auf den Bildern zu zeigen!

    Viele Grüße
    Denise von
    http://www.lovefashionandlife.at

  7. Du hast wirklich tolle Bilder der Katzen machen dürfen. Ich weiß, dass das bei Katzen manchmal gar nicht so einfach ist, da sie eben ihren eigenen Kopf haben.
    Das Thema Streunertiere beschäftigt mich sehr, da mir die Tiere sehr leid tun.
    Nur leider können wir einfach nichts dagegen tun, als hier und da die Augen auf zu halten und vielleicht das ein oder andere Futtertütchen parat zu haben.
    Liebe Grüße
    Regina

  8. Das sind ganz zauberhafte Bilder, auch wenn sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nicht allen Streunern gut geht. Ist wohl in vielen südlichen Ländern so.

    Ich bin mit streunenden Katzen vorsichtig und lasse sie nicht so dicht an mich ran. Hab da schon schlechte Erfahrungen gemacht. Obwohl ich sie stundenlang knuddeln könnte.

    Liebe Grüße Sabine

  9. Oh was für tolle Tiere! Habe selbst zwei Katzen und möchte diese nicht mehr missen. Deine Bilder sind einfach toll und ich habe diese Bilder sehr genossen. Danke an dieser Stelle dafür.

    Und dein Satz mit der Konsumgesellschaft: Genauso ist es! Haben, haben und nochmals haben und andere haben nichts und da, wo viel Ist, kommt oft noch mehr hinzu und dankbar ist dann keiner mehr, Dankbarkeit ein Fremdwort. Schade eigentlich. Ich für meinen Teil gebe gerne und bin dankbar.

    Schönen Abend dir.

  10. Da hast du ja eine Menge Katzen vor die Linse gebracht liebe Michaela. Ich kenne das Problem aus Griechenland. Dort gibt es auch sehr viele Streunerkatzen, aber noch mehr Hunde.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  11. Wir waren an Pfingsten in Sizilen. Da bietet sich ein ähnliches Bild mit den Strassenhunden. Da ich selbst einen Hund habe ist mir das natürlich gleich mehr ins Auge gesprungen als die Katzen. Auch wenn ich beim Mittagessen der dünnen kleinen Maunzenden Schönheit nicht widersthen konnte und ihr was abgegeben habe … echt schwer. Alle retten kann man nicht. Ich hätte wahrscheinlich einen Hund mitgenommen wenn mein Mann sich nicht quer gestellt hätte – so unterstützen wir jetzt die Streunerhilfe Sizilien …

  12. Liebe Platz-Nehmerin, liebe Michaela,

    es ist jedesmal eine Freude für mich, Deine Beiträge zu lesen … . . einfühlsam wirfst Du viele Fragen auf und beschreibst damit nicht ausschließlich Katzen,
    sondern zeigst ebenso problematische Situationen auf … die mit Sicherheit die eine oder andere, bzw den einen oder anderen Homo sapiens zum Nachdenken und Handeln, in Katzen- Streunerangelegenheiten animieren werden …… .. . …. .

    Beste Grüße
    Mona

  13. Liebe Michaela,

    das Thema Straßentiere ist weltweit in vielen Ländern ein großes Problem, da sich durch die Überpopulation schnell Krankheiten entwickeln. Ich habe daher großen Respekt vor den vielen Tierschutzvereinen und freiwilligen Helfern, die die Tiere medizinisch versorgen und vor allem sterilisieren – denn das ist das wichtigste!
    Was auf den ersten Blick wie Freiheit wirkt ist in Wirklichkeit keine. Die Tiere sind so weit domestiziert, das sie sich nicht alleine wie „in freier „Wildbahn“ versorgen und jagen können und sind somit abhängig vom Müll der Menschen zu leben.
    Es ist wichtig immer wieder auf dieses Problem aufmerksam zu machen, daher danke für diesen Artikel! 🙂

    LG Anni von http://yogagypsy.de/

  14. Liebe Michaela

    Wenn ich solche Tiere sehe, möchte ich am liebsten allen ein zu Hause schenken, was leider nicht möglich ist!

    Danke Dir für Deinen schönen Bericht!

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo
    Jacqueline

  15. Hallo Michaela,

    uns war vor 5 Jahren in Deutschland eine Katze zugelaufen. Er war total lieb und zutraulich. Natürlich waren wir mit ihm beim Tierarzt, aber er war nicht gechipt oder tätowiert, wir behielten ihn, er hatte aber immer die Möglichkeit auch zu gehen, da er auch draußen lebte. Eines Tages war er wieder weg. Ob er genug von uns hatte, zu seinem alten zu Hause zurück ist, wir wissen es nicht.

    Liebe Grüße
    Bea

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