Kleine, freundliche Gesten – Balsam im Alltag

Eine ältere Frau steht etwas verloren im Supermarkt vor einem Regal. Ich frage sie, ob ich helfen kann. Ja, gerne. Ob ich bitte so lieb sei und ihr ein Produkt außerhalb ihrer Reichweite aus dem Regal geben könne. Mache ich, sie freut und bedankt sich. Eine kleine, freundliche Geste.

Geduldsprobe an der Kasse

Ich stelle mich an der Kasse an. Vor mir zwei Personen, die gerade den Monatseinkauf im Wagen haben. Schon überlege ich, ob ich den Abend nicht doch ohne Tomatensalat überstehen könnte. Ich habe keine Lust, die nächste halbe Stunde zuzusehen, was andere Leute so einkaufen,  bin müde und will einfach nur heim. Da sieht mich die Person vor mir an, fragt mich, ob das mein einziger Einkauf wäre und meint, ich könnte gerne vorgehen. Ich bedanke mich. Diesmal habe ich Glück und auch die zweite Person lässt mich vor. Ich lächle, bedanke mich und natürlich freue ich mich sehr, dass ich mit den Tomaten schnell nach Hause komme. Eine kleine, freundliche Geste.

Es geht auch im Stau

Auf dem Weg nach Hause  – ich bin mit dem Auto unterwegs – möchte jemand von der Seitenstraße in die Hauptstraße einbiegen. Ein fast hoffungsloses Unterfangen während  der Stauzeit. Ich gebe Zeichen, dass die Fahrerin hereinlasse. Sie fährt rein und winkt mir dabei dankbar mit einem Lächeln zu. Ich freue mich.

Selbstgemachtes als Geste

Aktuell sortiere ich viele Dinge in meinem Zuhause aus und gebe sie gern kostenfrei weiter. Es freut mich, wenn Dinge, die ich ja gemocht habe bei jemand anderen noch einen schönen Platz finden und dort Freude schenken. Ich erwarte dafür keine Gegenleistung. Doch manchmal steht dann am vereinbarten Abholplatz ein Gläschen Marmelade oder eine nette Karte. Ich freu mich.

Am Bankerl – denke gerade an Dich

Eine Whatsapp-Nachricht poppt auf. Liebe Grüße von einer Freundin mit einem Foto von einem Bankerl. „Habe gerade an Dich gedacht als ich dieses Bankerl sah.“ Bei Nachfrage darf ich es sogar für meinen Instagram-Account verwenden, was  gar nicht so selbstverständlich ist.

Für mich sind Ansichtskarten ebenfalls kleine, freundliche Gesten – auch oder gerade weil sie so schön analog und retro in der heutigen Zeit von Whatsapp, Instagram und was weiß ich sind. Ist es nicht schön, ab und an im Briefkasten noch etwas anderes zu finden als Briefe und Werbung, die die Welt nicht braucht richtig Balsam für die Seele.

Ich seh Dich – auch im öffentlichen Raum

Es sind die kleinen Gesten, die das Leben freundlicher, netter und zugewandter machen. Hallo, ich sehe Dich, ich denke gerade an Dich, ich nehme Dich wahr. Diese kleinen, freundlichen Gesten sind immer wichtig, doch in Zeiten wie diesen noch viel wichtiger. Das ich sehe Dich wird uns durch die Herausforderungen, die wir aktuell im öffentlichen Raum zu bewältigen haben, erschwert. Zu sehr haben wir schon mit uns zu kämpfen, weil der Alltag mit halbverdecktem Gesicht vielen Stress bereitet. Was sehe ich von meinem Gegenüber? Das Muster seiner/ihrer Maske? Die müden oder strahlenden Augen? Oder einfach nur, dass mich die Person nervt, weil sie mir so auf die Pelle rückt?

Unsere Welt braucht freundliche Gesten

Manchmal oder öfter gehen diese kleinen, freundlichen Gesten zwar im Alltag unter, werden vielleicht nicht direkt bedankt aber wir sollten nie damit aufhören, sie zu tun. Ein freundliches Grüß Gott, ein Lächeln, eine kleine zugewandte Geste muss nichts kosten außer vielleicht etwas Zeit und doch verändern sie die Welt und helfen uns im Miteinander.

Wie seht Ihr das? Wie haltet Ihr das mit den kleinen freundlichen Gesten? Und speziell auch in dieser Zeit von halbverdeckten Gesichtern?

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3 Kommentare

  1. Hallo Michaela,

    ja das kenne ich. Eine freundliche Geste, ein freundliches Wort, das tut wohl. Ich bin dabei, es immer mehr zu praktizieren. Irgendwann ist es mir dann vielleicht zu meiner zweiten Haut geworden und dient als Vorbild für meine Mitmenschen.

    Lieben Gruß

  2. Immer wieder bin ich erstaunt, wie viel Fröhlichkeit, Glück und Dankbarkeit kleine, freundliche Gesten verbreiten. Sowohl in mir als auch im Gegenüber.
    Manchmal, wenn ich unzufrieden oder grantig bin, erinnere ich mich selbt daran, verteile kleine freundliche Gesten und es geht mir besser.
    Ich finde sie sehr wichtig, gerade in Zeiten wie diesen!

  3. Hallo Michaela,

    Du hast recht. Vor Corona war es schon oft grenzwertig (zickig) und jetzt noch mehr. Da ist es immer schön, wenn doch jemand ein Herz hat. In meiner Sparkasse sitzt morgens immer ein Mann, schon seit Jahren. Wenn ich morgens vor der Arbeit noch zur Bank fahre, da sitzt er dann. Ich habe ihm kürzlich eine Maske geschenkt. Er meinte es sei doch nichts los. Ich sagte, hier sind Kameras und setzen Sie die Maske einfach nur auf, wenn jemand hereinkommt. Er bedankte sich und ich holte Geld und ging.

    Danke für diesen tollen Artikel

    Liebe Grüße
    elke von elkeworks.de

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